Keine Beratung ohne Auftrag – das sagt Thomas zu den Teilnehmern unserer Ausbildung zum/zur psychoonkologischen Berater/in immer und immer wieder. Und wenn wir nur eine Sache an alle angehenden Berater mitgeben könnten, dann wohl diese. Deswegen geht es in diesem Beitrag um den Leuchtturm im psychoonkologischen Gespräch!

Was bedeutet das nun und was hat es mit dem Leuchtturm zu tun?

Wenn es heißt „Keine Beratung ohne Auftrag“, dann ist natürlich immer die Frage, wann denn ein voller Auftrag da ist und ab wann es dann los geht. Thomas‘ Antwort ist dann:

Lasst euch den Leuchtturm beschreiben, so detailliert wie möglich und mit allen Sinnen.

Dieser Schritt am Anfang jeder Sitzung (für das Sitzungsziel) aber auch allgemein für die gesamte Beraterarbeit mit einem Klienten ist deshalb so wichtig, weil sonst jeder (Klient und Berater) womöglich einen anderen Leuchtturm im Kopf hat und woanders hinarbeiten möchte.

Da der Klient immer den Weg vorgibt und somit leitet, ist es umso wichtiger, dass der Berater sich zurücknimmt – fast schon dumm stellt – und den Leuchtturm ganz genau erfragt.

Die Lösung ist also: Solange den Leuchtturm beschreiben lassen, bis der Berater es sich selbst ganz genau vorstellen kann (und es damit auch für den Klienten selbst wirklich klar wird).

Wie funktioniert das nun wiederum?

z.B. mit folgenden Fragen, allen voran der Wunderfrage:

  • Wenn über Nacht die Fee käme und ihren Zauberstab schwingt und ein Wunder geschehen lässt, was ist dann morgen anders?
  • Was siehst du dann?
  • Was fühlst du dann?
  • Was tust du? Morgens, Mittags, Abends?
  • Wie gehst, stehst, bist du?
  • Was denkst du?
  • Wie siehst du die Welt?
  • Was ist dir dann wichtig?
  • Was riechst und schmeckst du?

Als Berater fragen wir dann so lange nach, bis ein ganz klares Bild von diesem idealen Soll-/Wunsch-Zustand beschrieben wurde. Dabei sollten möglichst alle Sinne bedient werden, es kann auch mit der Körperhaltung gearbeitet werden (gerade bei „wie gehst oder stehst du dann?“).

Sobald der Leuchtturm, das Ziel, der Wunsch-Zustand definiert ist, dann können wir zusammen mit dem Klienten dorthin losgehen, denn dann haben wir einen Auftrag. 

Wir erleichtern uns selbst also die Arbeit erheblich, wenn wir uns – gerade am Anfang – genug Zeit für den Leuchtturm im psychoonkologischen Gespräch nehmen.

Zusammengefasst also das psychoonkologische Gespräch in 3 Schritten:

 

  1. Wo steht der Klient gerade? – Startpunkt/Istzustand („A“) kurz erklären lassen
  2. Wo soll es hingehen? – Ziel („B“) Leuchtturm detailliert beschreiben lassen
  3. Den Weg von „A“ nach „B“ begleiten – mit allen möglichen Tools und Ideen, die so kommen.
Leuchtturm Beratung

Die Vorteile

von einem klar definierten Leuchtturm liegen fast auf der Hand

  • Der Klient kommt aus der Problemtrance heraus, denn er konzentriert sich auf das, was sein soll und nicht auf das, was eben nicht gut ist
  • Der Klient leitet an, gibt vor und wir müssen als Berater nicht „viel“ machen, denn der Klient sagt uns ja, wohin es gehen soll
  • Alles Tun und Handeln des Klienten kann ganz einfach hinterfragt und von diesem eingeordnet werden: Ist das, was du tust und denkst, gerade zieldienlich? Kommst du dem Leuchtturm damit näher?

Wenn Du angehender Berater bist, diesen Grundsatz des „Auftrag einholen“ noch nicht in deiner Beratertätigkeit integriert hast oder du dich damit noch schwer tust, dann möchten wir Dich hiermit ermuntern, dies zu tun.

Aber auch für Dich, als Privatperson, sind diese Fragen immer gut im Hinterkopf zu haben und auch einfach mal durchzugehen. Gerade jetzt, zum Jahreswechsel, wird ja gerne in die Rück- und Vorausschau gegangen und die geliebten/gehassten Vorsätze und Ziele aufgeschrieben. Vielleicht möchtest du also diese Zeit nutzen und für dich einen Leuchtturm erschaffen, auf den du dich dieses Jahr ausrichten willst. Und dann immer bei deinem Tun mit der Frage im Hinterkopf: Ist das zieldienlich?

Und wenn dein Ziel ist, andere Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen und mit ihnen zusammen vielleicht ihren Leuchttürmen näher zu kommen, dann überlege doch gerne einmal, ob die Arbeit als psychoonkologischer oder systemischer Berater die richtige für dich sein könnte.

In unserer Ausbildung lernst du genau diese Dinge plus noch so viel mehr, bequem von zuhause aus, in Kombination oder komplett in Präsenz. Alle Informationen findest Du auf der Website oder du vereinbarst ganz unverbindlich ein kostenloses Info-Gespräch hier!

>> Ausbildung Systemische Beratung

>> Ausbildung Psychoonkologische Beratung

Dein TBAcare Team

Als kleiner Nachsatz: Die Arbeit muss nicht immer darin liegen unbedingt zu einem anderen Zustand hinzukommen. Auch mit einer präsenten Situation (dem Ist-Zustand) kann gearbeitet werden, indem z.B. versucht wird Akzeptanz für die Gegebenheiten zu lernen. Aber auch hier wäre das der Leuchtturm: Die Akzeptanz zu lernen.

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